7. Runde C-Junioren Rheinlandpokal am 25.04.2018 in Niederburg

JFV Rhein-Hunsrück U14 – TuS Koblenz U14   3:5  n.E. (1:1; 0:0)

Wie auch in dieser Situation gab es für Ammar Cisse Zakari kein Vorbeikommen an der heimischen Abwehr um den starken Finn Keßler.

Im Rheinlandpokalviertelfinale kam es zur Neuauflage des Duells, das uns regelmäßig seit zwei Jahren begleitet. Bereits fünf Freundschafts- und Meisterschaftsspiele haben wir gegen die gleichaltrigen Kicker der TuS Koblenz absolviert. Das Aufeinandertreffen im Pokal war allerdings ein Novum.

In der Vergangenheit hatten wir die Ergebnisse immer knapper gestalten können, mussten dabei aber auf defensivere Ausrichtungen zurückgreifen und verloren somit an Offensivkraft. An diesem Tag wollten wir jedoch alles auf eine Karte setzen und unser Glück im Angriff suchen. Dementsprechend hoch attackierten wir unseren Gegner von Beginn an und konnten einige Bälle bereits im gegnerischen Drittel erobern. In vielen dieser Situationen fehlte uns aber der umgehende tiefe Lauf ins Sturmzentrum, um die beim Aufbauspiel naturgemäß breit stehenden Koblenzer für ihre Fehler zu bestrafen. So rollten einige unserer Pässe ins Niemandsland oder wir mussten zunächst ein Dribbling starten, bevor wir abschlussbereit waren, was den Koblenzern aber die Zeit gab, um sich wieder einigermaßen zu formieren. Gefährlicher wurden unsere Aktionen bei tieferen Ballgewinnen, bei denen wir mehr Fläche zum Kontern hatten und ein Pass auf die Flügel möglich war. Florian Speth und Tim Maihöfner stellten dabei die beiden Zielspieler dar und konnten sich einige Male auch in aussichtsreiche Positionen bringen. Nicht immer trafen wir dann aber die richtige Entscheidung, sodass gute Schusspositionen ungenutzt blieben oder der Ball statt auf den ersten Pfosten in den Rückraum gespielt wurde. Wirklich gefährliche Torabschlüsse konnten wir kaum verzeichnen, das galt aber ebenso für die Gäste, die Probleme hatten, ihr Spiel aufzuziehen und ihre schnellen Außenspieler in Szene zu setzen. Dieser Umstand lag aber auch an der hervorragenden Defensivarbeit von Noah Ostermann, Lennart Schauer, Finn Keßler und Jonas Schleich. Gegen einen starken Rheinlandligisten erlaubten sie sich gegen den Ball kaum Fehler. Jonas Schleich und Finn Keßler behielten in Zusammenarbeit mit Maurice Schamber auch im Spielaufbau immer die Ruhe und ließen den Ball durch die eigenen Reihen zirkulieren, anstatt ihn überhastet nach vorne zu schlagen. Hierbei bestritten sie zwar das ein oder andere 1 gegen 1, das sicher auch hätte umgangen werden können, doch bis auf eine versehentlich produzierte Ecke lösten sie auch diese Angelegenheiten mit größter Souveränität. Um den 0:0-Halbzeitstand mussten wir lediglich in den letzten fünf Minuten vor der Pause bangen, als Maurice Schamber zunächst im 1 gegen 1 gegen Ammar Cisse Zakari parierte und Finn Keßler bei der anschließenden Ecke einen Kopfball von der Linie köpfen musste. Insgesamt war das Pausenergebnis allerdings gerecht, eine Führung hatte das Spiel bis dato noch nicht verdient.

Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte sich das Spiel unverändert, doch mit zunehmender Dauer konnten wir den Aufwand des hohen Anlaufens nicht mehr betreiben, sodass die TuS den ein oder anderen Ball schneller durchwechseln konnte und wir uns in Unterzahlsituationen wiederfanden. Wir verschoben unser Pressing also eine Zone nach hinten, nahmen den Flächenverlust in der Defensive aber mit dem Hintergedanken in Kauf, dann auch bei Ballgewinnen wieder mehr über außen kommen zu können. Die Partie blieb aber insgesamt gesehen wie schon im ersten Abschnitt eher chancenarm, wenngleich die Gäste um die 55. Minute in Führung hätten gehen müssen, als sie nach einer Hereingabe von rechts frei vor dem Tor standen, den Ball aber doch vorbeischoben. Ab der 50. Minute merkte man uns an, dass wir die Saison über jeden Samstag gegen Gegner anderen Niveaus spielen und grundsätzlich einmal weniger trainieren – die Kraft ließ zusehends nach und Koblenz erlangte immer mehr Feldvorteile. Aufgeben war für uns aber heute keine Option und so verteidigten wir mit Mann und Maus das 0:0, das wir uns bis dahin verdient erarbeitet haben. Viele gefährliche Torabschlüsse hatten die Koblenzer auch gar nicht. Maurice Schamber musste noch einmal zupacken, ansonsten scheiterten die Gäste an uns oder der eigenen Entscheidungsfindung.

Als die Zuschauer schon mit dem Elfmeterschießen gerechnet haben und wir uns mit dem 0:0 begnügten, nahm das Spiel in der Hinsicht wieder Fahrt auf, dass wir uns auch noch einmal nach vorne hin beteiligten. In der 65. Minute überholte Lennart Schauer auf der linken Seite plötzlich mit Ball Freund und Feind, schlug einen Haken nach innen und zog das Leder auf den langen Pfosten. Dort brachte sich Florian Speth in Position und vollendete mit einem Kontakt gegen die Laufrichtung des Torwarts – 1:0 für uns! Der Jubel war groß, das Ziel nah und man hatte nicht damit rechnen können, dass die TuS sich von diesem Schock erholen, geschweige denn wir uns diesen Vorsprung noch einmal nehmen lassen können. Doch drei Minuten vor Schluss bekamen wir auf unserer linken Seite keinen Zugriff auf den gegnerischen Flügelspieler und auch nicht auf seine gute, aber nicht unbedingt scharfe Hereingabe. Tim Lauer bedankte sich am zweiten Pfosten und schob zum Ausgleich ein. In der Nachspielzeit bot sich uns noch einmal die Gelegenheit zur erneuten Führung, als Benjamin Saftig aus 22 Metern Maß nahm, doch Franjo Serdarusic war auf dem Pfosten. Es ging also doch in das Elfmeterschießen, das zuvor schon alle erwartet hatten. In diesem konnte die TuS Koblenz die Oberhand behalten. Ihre vier Elfmeter waren hervorragend getreten und unhaltbar für Maurice Schamber. Wir verschossen die letzten zwei – den ersten sogar besonders unglücklich durch einen Ausrutscher.

Fazit: Wie auch bei den Jungs überwog bei mir die Enttäuschung darüber, dass wir es wieder nicht geschafft haben, die scheinbar übermächtige TuS zu besiegen. Vermutlich ist gerade deswegen die Enttäuschung so groß, weil wir den Sieg dieses Mal verdient gehabt hätten. Betrachtet man die Partie als simples Meisterschaftsspiel, war der Gegner auch in der regulären Spielzeit ein Tor besser. Beide Teams trennt allerdings (auch den Wettbewerb betreffend, dem sie sich jedes Wochenende stellen) eine komplette Klasse und eine wöchentliche Einheit und dennoch schafften wir es, 70 Minuten lang mutig von hinten bis vorne zu kombinieren und dem Gegner nur eine Handvoll guter Gelegenheiten zu ermöglichen. Daher bin ich der Meinung, legt man der Analyse diese Dinge zugrunde, wären wir der verdiente Sieger in diesem Spiel gewesen.

Natürlich können wir uns hiervon nichts kaufen, dennoch war dies in vielerlei Hinsicht ein besonderes Spiel für Spieler und Trainer. Diese Mannschaft funktioniert als Einheit und kann gegen die besten Teams des Rheinlands und damit auch in der höchsten Klasse des Regionalverbands mithalten. Hierfür verdienen die Jungs nur Anerkennung und Respekt.

Aufstellung: Maurice Schamber, Noah Ostermann, Jonas Schleich, Lauro Männchen, Lennart Schauer, Finn Keßler, Benjamin Saftig, Marius Beuchel, Oliver Weber, Florian Speth, Tim Maihöfner

Eingewechselt: David Schönberger, Daniel Koval, Jo Bernhard

Weiterhin im Kader: Joël Paul, Nicolas Fey, Deniz Özcep, Maximilian Elz

Es fehlten: Maurice Nellen, Louis Klein

Tore: 1:0 Florian Speth (65. Minute); 1:1 Tim Lauer (67. Minute)

Nächstes Spiel: Samstag, 28.04.2018, um 15:15 Uhr in Mülheim-Kärlich gegen SG 2000 Mülheim-Kärlich

                                                                                                                                                             Bericht von Sven Stoffel

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