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Montagskatalysator – der Montagsmotivationstipp
Katalysator, der; griech.; Chem. Stoff, der durch sein bloßes Vorhandensein eine chemische Reaktion beschleunigt, aber selbst unverändert aus der Reaktion hervorgeht. Im übertragenen Sinn: etwas oder jemand wirkt in seiner Umgebung als Katalysator in Bezug auf einen Erkenntnis- oder Veränderungsprozess innerhalb eines Teams.
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Interview mit Katrin Hemschemeier von der Stiftung Jugendfußball
1. Frage: Wie seh
en Sie die Entwicklung im Jugendfußball?
Ziel des Jugendfußballs sollte es sein, Kindern und Jugendlichen die Faszination des Spiels mit dem runden Leder zu vermitteln, den Nachwuchs am Ball zu halten und dem Jugendfußball neue Impulse zu geben: Fußball soll Spaß machen! Dann können wir Kinder für den Fußball begeistern und sie nachhaltig an den Fußball binden (Fußball in der Breite). Dazu sollten zunächst alle Kinder „raus und spielen“!
Darüber hinaus müssen Talente gefunden, verantwortungsbewusst gefördert und Karrieren begleitet werden (Fußball in der Spitze).
Die Stiftung Jugendfußball arbeitet unter dem Motto „Spielend zur Persönlichkeit“ an der Entwicklung des Kinder- und Jugendfußballs. Dazu strebt sie Programme und Konzepte an, die den Fehlentwicklungen in der Kinder- und Jugendarbeit entgegenwirken können. In allen Handlungsfeldern von jungen Menschen (Schule, Verein, öffentlicher Raum) soll damit zu einer spürbaren Qualitätssteigerung des Nachwuchstrainings beigetragen werden.
2. Frage: Wie sollte man generell beim Aufbau einer professionellen Juniorenförderung vorgehen? Was muss man unbedingt beachten?
Im Mittelpunkt eines Juniorenförderkonzeptes sollten die Kinder und Jugendlichen selbst, die Entwicklung ihrer Persönlichkeit sowie ihre aktuellen Entwicklungsbedingungen stehen. Dazu bedarf es einer umfangreichen, ganzheitlichen Analyse aus pädagogischer, psychologischer, medizinischer und sozialwissenschaftlicher Sicht der sich ständig verändernden Lebensbedingungen junger Menschen und der sich begleitend entwickelnden Lebensstile.
3. Frage: Welche Tipps würden Sie uns geben bei der „Aufstellung“ einer vereinsübergreifenden Juniorenförderung? Und welche Herausforderungen gilt es Ihrer Meinung nach, als erstes zu bewältigen?
Um auf die Entwicklung von (Spieler)Persönlichkeiten setzen zu können, müssen Sie Ihrem Anspruch „vereinsübergreifend“ wirklich gerecht werden. D. h. Sie müssen zunächst alle Handlungsfelder einbeziehen, in denen der Nachwuchs sich aufhält und mit diesen in einen offenen konstruktiven Austausch treten. Dazu gehören: die Familien und Freundeskreise, die Schulen, schulische Betreuungsangebote, die Kommune, andere Freizeitanbieter (kommerziell, gemeinnützig und öffentlich), informelle Felder wie Bolzplätze, Straße, …
Menschen / Organisationen die etwas bewegen / in die Hand nehmen möchten, werden häufig zunächst skeptisch betrachtet und nicht selten beneidet oder als Konkurrenz wahrgenommen. Das wird ihre erste große Herausforderung sein. In ihrem Umfeld wird man sich fragen, warum Sie dieses Thema in die Hand nehmen. Man wird behaupten, dass Andere bereits erfolgreich an diesem Thema arbeiten, … .
4. Frage: Wie genau würden Sie die entsprechenden Strukturen aufbauen, um eine möglichst sinnvolle Situation für alle Beteiligten zu schaffen, um daraus eine maximale Chance für die Juniorenförderung zu gewährleisten?
Unsere Tipps:
- Zeigen Sie sich immer wieder und in jeder Phase offen für Kritik und Anregung von außen.
- Beziehen Sie außenstehende Menschen und Organisationen in Planungen und Umsetzungen mit ein.
- Geben Sie Verantwortung ab, insbesondere dann, wenn bereits Strukturen und Expertise für Teilbereiche woanders bestehen, eine erfolgreiche Netzwerkarbeit ist „für übergreifende Maßnahmen“ wesentlicher Erfolgsfaktor.
- Schaffen Sie rechtzeitig ein unabhängiges Expertengremium, mit dem Sie Konzept, Planung und Durchführung sowie Qualitätsmanagement regelmäßig diskutieren.
- Vermeiden Sie vereinstypische Planungen nach „Köpfen“ (Personal) sondern stellen Sie Inhalt und Sache zu jeder Zeit in den Mittelpunkt.
- Gestalten Sie ein TEAM aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Bereichen, schaffen Sie für jeden Beteiligten ein genau abgestecktes Feld in dem er sich wohlfühlt, Expertise besitzt und welches bewältigbare Erfolgserlebnisse schafft.
- Formulieren Sie Ziele, an denen Sie sich messen lassen wollen.
5. Frage: Wie sehen Sie die Entwicklung des Jugendfußballs und des Juniorenspitzenfußballs in Deutschland?
Der natürliche Bewegungsdrang des Kindes und seine innere Motivation, etwas auszuprobieren und Erfolgserlebnisse zu erfahren, aktivieren und trainieren die zentralen (zum Beispiel den visuellen, auditiven und vestibulären Sinn) und die peripheren Sinne (die der Haut, der Muskulatur, der Sehnen-Bänder und Gelenke). Das führt zum Aufbau neuronaler Netzwerke, die auch für das Lernen und für kognitive Leistungen nutzbar sind.
Vielfältige Stimulationen, wie z. B. musische Reize, Farben, Bilder oder Emotionen unterstützen dies: Die größte Effizienz hat jedoch (von der Hirnforschung nachgewiesen) die vielfältige, komplexe Bewegung.
Diese Effekte können jedoch nur dann effizient erreicht werden, wenn „Bewegung und Spiel“ bzw. das Training Spaß macht, wenn also das limbische System einbezogen wird. Gute Nachwuchskonzepte brauchen intensive Arbeit und langfristige Entwicklung. Mit Engagement für die gute Sache muss man dann aber auch konsequent seinen Weg gehen können, auch wenn Erfolge etwas Zeit brauchen. Die Faszination Fußball, das einzigartige Medieninteresse an der Sportart sowie permanente internationale Vergleiche machen es für eine Fußballnation wie Deutschland schwer, diese geforderte Geduld aufzubringen.
Im Spiel entscheidet dann manchmal ein kurzer Blackout über Sieg und Niederlage, über Weiterkommen oder Abreisen, … - alle am Prozess Beteiligten müssen junge Spitzenfußballer auf diese Belastung vorbereiten und ihnen trotz Enttäuschungen immer wieder den Spaß am Spiel, am 1 gegen 1 nahe bringen.
Nach wie vor setzen wir in Deutschland sehr auf „unsere Tugenden“ - Disziplin, Ehrgeiz, Härte & Durchhaltevermögen. Leider bleiben die Entwicklung des Gehirns und der Sinne dabei häufig auf der Strecke.
6. Frage: Welche Voraussetzungen sollten sehr gute Jugendtrainer mitbringen und was würden Sie uns empfehlen um zukünftig „geballtes Insiderwissen“ zu entwickeln und den Jugendtrainern zur Verfügung zu stellen?
Ein Fußballtraining ist dann erfolgreich, wenn die unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnisse der Kinder durch ein sportliches Konzept, das altersgerecht, motivierend angelegt ist, erfüllt werden. Es muss den individuellen Leistungsstand der Gruppe berücksichtigen, um einen Erfolg für alle Kinder möglich zu machen. Dazu braucht es tragfähige Modelle und Konzepte.
Fußball hält eine ganze Menge an Potenzialen bereit (physiologisch, psychologisch, pädagogisch, sozial, …). Dieses Potenzial wird nicht allein dadurch ausgeschöpft werden, wenn der Trainer eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen Fußball spielen lässt. Gutes Training bedeutet, die Möglichkeiten von Modellen und Konzepten zu kennen, bewusst zu nutzen, aktiv zu gestalten, individuell zu variieren und entsprechend der Voraussetzungen zu differenzieren. Neben der oft so stark geforderten Lizenzierung, Aus- und Weiterbildung für Trainer, sind unserer Meinung nach Persönlichkeiten gefragt, die in der Lage sind ohne unnötigen Einsatz von Zeit, Kraft und Mitteln, Ideen und Erfahrungen Anderer zu transferieren, aus Modellen und Konzepten das für die eigene Mannschaft Relevante herauszufiltern und eigene gelungene Ansätze an Andere weiterzugeben.
Zu empfehlende Quellen:
- www.FD21.de - hochwertige Inhalte rund um den Nachwuchsfußball praxistauglich in Modulen für eine Onlineplattform aufbereitet.
- Materialien des Philippka Verlages
Innerhalb des Fördervereins sollten Sie sich zu neuen Publikationen und Materialien gegenseitig auf dem Laufenden halten, evtl. eine Mediathek für das Juniorenförderzentrum anlegen, auf die alle Trainer und Betreuer zurückgreifen können. Wir führen z. B. sog. Journal-Clubs durch und zwingen uns so gegenseitig, neue Beiträge zu lesen, die wir dann gemeinsam diskutieren, …
7. Frage: Welche Empfehlung würden Sie talentierten jungen Nachwuchskickern mit auf den Weg geben?
Unsere Empfehlung wird von Vereinen zumeist nicht so gerne gehört, sie verlangt nämlich, dass man die talentierten Spieler nicht für sich beansprucht oder sie zu früh an die Leine nimmt. Richten wir die Empfehlung also an die Talente selber:
Die Anforderungen an einen zukünftigen Bundesligaspieler sind gestiegen. Die sportliche und fußballerische Leistungsfähigkeit hängt sowohl im professionellen als auch im Freizeitbereich von mehr ab, als von technischen, taktischen und konditionellen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Ausbildungsschwerpunkte wie Selbstständigkeit, Selbstvertrauen, Kreativität, Willensstärke und Durchsetzungsvermögen, darüber hinaus Eigenverantwortlichkeit, Gruppenverhalten, gegenseitige Unterstützung und Akzeptanz als pädagogische Ziele und soziale Aspekte, wie Kooperationsfähigkeit, Kommunikation, Übernahme von Rollen und Zusammengehörigkeitsgefühl haben einen unmittelbaren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im Team.
Wir raten dem Nachwuchs ab, sich zu früh zu spezialisieren und an einen Proficlub zu binden, alles auf „die Karte Fußball“ zu setzen. Wir sind überzeugt, dass bei zunehmend früherem Einstiegsalter und somit zunehmend früherer Spezialisierung, bei gleichzeitig fehlender Frei- oder Straßenspielerfahrung eine Einschränkung der Kreativitätsentwicklung entsteht und Kinder im Spiel dann später nur stereotype Muster abrufen können. Eine frühzeitige, vorwiegend leistungs- und ergebnisorientierte Zielsetzung, ist für eine erfolgreiche Talententwicklung hinderlich. Wer aber, hervorgerufen durch eine vielseitige, ganzheitliche sportmotorische Entwicklung über eine breit angelegte Kompetenz von Intuition, Erfahrung, Emotion, Sinnessschulung und Wahrnehmungen verfügt, kann im Spiel auch auf ein entsprechend kreatives Repertoire zurückgreifen.
Nachwuchskicker sollten mit diesem Bewusstsein handeln und sich von Vereinen, Trainern und Betreuern nicht zu sehr unter Druck setzen lassen. Nach wiss. Studien, haben von den Bundesligaspielern in Spielsportarten diejenigen den Schritt in die Nationalmannschaft geschafft, die sich nach dem Ausprobieren zahlreicher Sportarten, erst spät an eine Sportart gebunden haben, oder die Spieler, die lange zwischen verschiedenen Sportarten gewechselt haben.
Die Stiftung Jugendfußball (SJF) möchte zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Sport anregen - für und mit Kindern und Jugendlichen, deshalb setzt sie sich für innovative Wege im Fußballtraining ein. Die unabhängige Verknüpfung von Praxis, Theorie und Wissenschaft soll Arbeitsgrundlage für neue Ideen sein — so können Lösungen aufgezeigt werden.
Wir bedanken uns ganz herzlich für dieses Interview bei Frau Katrin Hemschemeier und den Experten der Stiftung Jugendfußball
Interview mit Christian Titz von der Dooley Soccer University
Das folgende Interview wurde mit Christian Titz von der Dolley Soccer University im Rahmen des D-Junioren Volkswagen Cups in Bingen aufgenommen:
Interview mit Hans-Peter Becker, Mitglied im DFB-Jugendausschuss
Hallo Herr Becker,

wir haben am 05. März einen Juniorenförderverein im Rhein-Hunsrück gegründet und möchten von der Basis her, eine vorbildliche Juniorenförderung in unserer Region entwickeln. Bevor es im Sommer mit dem Spielbetrieb los geht, möchten wir uns noch Tipps, Empfehlungen und Ratschläge einholen um mögliche Fehler von Anfang an zu vermeiden.
Hierzu wären wir dankbar, Ihnen einige Fragen stellen zu dürfen?
1. Wie sehen Sie die demografische Entwicklung im Jugendfussball?
HPB: Die Jugendfachtagung des DFB hat verdeutlicht, dass die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten sehr unterschiedlich verläuft. In ihrer Gesamtheit wird die Bevölkerung abnehmen und dies in besonderem Maße in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen. Dabei sind jedoch regional sehr unterschiedliche Entwicklungen vorauszusehen. Während in einigen Ballungsgebieten das Bevölkerungsniveau in etwa gehalten wird, erleben andere Regionen einen signifikanten Rückgang von bis zu 60 %. Dabei wirkt sich dieser Trend vor allem in vielen ländlichen Regionen negativ aus. Dort ist die Bevölkerungsdichte bereits heute dünn und eine weitere Ausdünnung wird hier weit gravierendere Folgen haben als in urbanen Zentren. Konkrete Zahlen lassen sich auch auf der Website wegweiser-kommune.de der Bertelsmann-Stiftung finden.
2. Wir haben im Rhein-Hunsrück-Kreis die Situation, dass viele Talente bereits in jungen Jahren unseren Fußballkreis und unseren Verband verlassen um Talentförderung bei den großen Vereinen zu erfahren. Wie können wir darauf reagieren?
HPB: Ihr Landesverband hat gesonderte Regelungen für einen sogenannten ,Jugendförderverein‘. Dieser Verein wird gegründet, um ausschließlich mit Jugendmannschaften am Wettspielbetrieb teilzunehmen. In der Regel gründen mehrere Vereine gemeinsam einen Juniorenförderverein. Zielsetzung des Jugendfördervereins ist es, auch in ländlichen Regionen Talente binden zu können und damit Leistungsfußball zu ermöglichen. Überall dort, wo der Leistungsgedanke im Vordergrund steht und einzelne Vereine nicht in der Lage sind, Leistungsfußball zu betreiben, kann die Bildung eines JFVs sinnvoll sein. Vorteil: Der JFV ermöglicht es kleineren Vereinen, Leistungsfußball zu betreiben und in höhere Leistungsklassen (bis zur Junioren-Bundesliga) aufzusteigen. Talentierte Spieler können heimatnah in ihrem sozialen Umfeld konzentriert und damit gehalten werden. Leistungsfußball ist so auch außerhalb großer Vereine möglich. Möglicher Nachteil: Die Gründung und Führung eines eigenständigen Vereins erfordert einen höheren Aufwand und ist nicht mit dem einer Jugendspielgemeinschaft zu vergleichen.
3. Wie sollte man generell beim Aufbau eines Juniorenfördervereins vorgehen? Was muss man unbedingt beachten?
HPB: Im Grundsatz ist der Jugendförderverein ein eigenständiger e.V. wie jeder andere Klub auch und besitzt die gleichen Rechte und Pflichten. Lediglich das Verhältnis zwischen den Stammvereinen und dem Jugendverein kann im Einzelfall durch besondere Bestimmungen geregelt sein.
Wichtig ist es also, ein gutes Team zusammenzustellen, welches die sportlichen und organisatorischen Herausforderungen sehr gut meistern kann.
4. Welche Tipps würden Sie uns geben bei der „Aufstellung“ dieses neuen Vereins? Und welche Herausforderungen gilt es Ihrer Meinung nach, als erstes zu bewältigen?
Wie bereits vorher erwähnt, sehe ich die größte Herausforderung immer darin, ein engagiertes und gut aufgestelltes Team zu finden, die sich proaktiv mit den Zielen des Vereins auseinandersetzen.
5. Der DFB und der Jugendausschuss haben das Thema der Juniorenfördervereine 2005 in Fulda ins Leben gerufen. Was waren die Hintergründe und Zielsetzungen des DFB bei der Gestaltung des Konzeptes der Juniorenfördervereine?
HPB: Hierzu haben wir bereits zwei Infobroschüren herausgebracht, die Sie sowohl als Printversion bei Ihrem Kreisjugendleiter anfordern können als auch über die DFB-Website herunterladen können.
Variationen des Spielbetriebs
Jugendfussball zukunftssicher gestalten
6. Wo kann man sich tiefergehend über das Thema der Juniorenfördervereine informieren und mit wem kann man bereits „geballtes Insiderwissen“ teilen? Gibt es weiterführende Quellen?
Also zum einen dienen die beiden vorher genannten Broschüren als gutes Informationsmedium. Darüber hinaus stehen euch sicher auch viele der Vorsitzenden oder Jugendleiter Rede und Antwort, die bereits Erfahrungen mit der Umsetzung einer JFG oder eines JFV´s haben. Hierzu können Sie sicher auch einmal Fredy Schleich von der JFG Saarlouis kontaktieren alternativ natürlich auch Karl-Heinz Wilhelm oder Heinz-Peter Birkner, die sich bestens in Bayern auskennen.
Herr Becker, wir bedanken und recht herzlich für Ihre Antworten, Ihre Zeit und Ihre Unterstützung,
