Die Zeit der Halbjahreszeugnisse ist da. Für viele Eltern ist diese schulische Zwischenbilanz eine Art Zäsur, die die Leistungen des Sohnes neben dem Aufwand für das Fussballtraining unmissverständlich widerspiegelt. Auch wenn Noten sicherlich nur einen Teil der Leistungen offenbaren und noch weniger etwas über die Persönlichkeit des Kindes aussagen, so sind sie dennoch ein wiederkehrender Meilenstein eines Schülers. Und sicherlich machen Bewertungen auch einen Sinn, denn sie verschaffen Kindern, wie Eltern einen ersten allgemeinen Überblick und konfrontieren sie mit eigenen Zielen und Werten. Sofern sich daraus kein Leistungsdruck ableitet, kann dies durchaus auch ein Ansporn sein und erste Selbsmanagementkompetenzen entwickeln, um sich noch mehr auf selbstgesteckte Ziele zu fokussieren.

Oft werden wir in Zeiten der Zeugnisvergabe angesprochen, was denn konkret gemacht werden kann, damit sich Kinder besser auf ihre Ziele und schulischen Aufgaben konzentrieren können. Dem kommen wir gerne nach. Sie erfahren hier:

Ultimative Tipps für ein besseres Lernen im Fussballtraining wie in der Schule

Hauptsache Konzentration

Der menschliche Verstand ist wunderbar. Wir sind in der Lage innerhalb weniger Augenblicke verschiedenste Informationen aufzunehmen, zu bewerten und zu verarbeiten. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob diese thematisch zueinander passen oder ganz unterschiedlichen Bereichen entstammen. In Millisekunden verarbeiten unsere Sinnesorgane beispielsweise die Beschaffenheit eines Raumes, den wir noch nie zuvor betreten haben. Geruch, farbliche Ausgestaltung, Geräusche oder die Zusammenstellung des Mobiliars vermitteln uns entweder das Gefühl des Wohlseins oder des Unbehagens. Ja selbst die Raumtemperatur oder die Konsistenz der Luft wird in diese Bewertung miteinbezogen. Fast zeitgleich sind wir in der Lage mit unserem Gegenüber ein Gespräch zu führen. Auch wenn diese beiden Ereignisse chronologisch durch unser Gehirn verarbeitet werden, so empfinden wir es doch vielfach als analogen Vorgang.

Wenn es aber darum geht, sich auf eine bestimmte Sache zu fokussieren, dann mag sich mitunter das Einbeziehen anderer Informationen als nachteilig erweisen. In diesem Zusammenhang sprechen wir auch schlicht vom abgelenkt sein oder davon, uns nicht konzentrieren zu können. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene entwickeln eine regelgerechte Kultur der Ablenkung. Das macht insofern Sinn, da sich unser Verstand gerne mit Dingen beschäftigt, die aus einer vorherigen Bewertung heraus als angenehmer empfunden werden. Daher nehmen zum Beispiel Spielekonsolen oder die Kommunikation über die sozialen Netzwerke einen offensichtlich höheren Stellenwert ein, als das Lernen für die nächste Klausur. Um aber Informationen vom Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis zu überführen, bedarf es einer außerordentlichen Beschäftigung mit denselben. Gedächtnissportler tun dies gleichermaßen. Alles Ablenkende wird aus der unmittelbaren Umgebung entfernt.

Und so kannst du vorgehen:

Fertige eine Liste an. Auf dieser werden mindestens 21 Punkte notiert, die eine ablenkende Wirkung auf die Konzentration haben. Dies kann das Handy sein, der Fernseher, der gelegentliche Gang zum Kühlschrank, das wichtige Telefonat mit dem besten Kumpel, die neuesten Informationen aus den Netzwerken, die vermeintlich wichtige Recherche im Internet aber auch die geliebte Sportzeitung, die nach einem anstrengenden Schultag unterm Bett hervorgekramt wird.

Empfehlenswert ist, dass keine Bewertungen aus der Sicht der Eltern angefügt oder gut gemeinte Ratschläge zur Liste ergänzt werden. Denn schließlich offenbart sich durch eine solche Darstellung auch ein Teil der Privatsphäre. Im nächsten Schritt wirst du die drei störendsten Faktoren mittels Nummerierung gewichten. Auch eine farbliche Markierung unterstützt diese Arbeit. Im Anschluss kannst du die nächsten drei Punkte auf der Liste markieren. Auf diese Weise werden alle 21 Ablenkungen in einem abfallenden Zerstreuungsgrad sortiert.

In den folgenden sieben Wochen werden alle Konzentrationskiller beseitigt. Pro Woche eben drei Punkte auf der Liste, entsprechend der Sortierung. Besprich mit deinen Eltern, welche Strategien für die einzelnen Motivationsstörer am ehesten geeignet erscheinen. Reicht es aus, wenn das Smartphone im Nachbarzimmer liegen bleibt, oder muss es zusätzlich für die Dauer des Lernens deaktiviert werden? Wie sieht es mit den Störfaktoren auf dem Schreibtisch aus? Macht es möglicherweise Sinn, wenn alle dort befindlichen Gegenstände in eine Kiste geräumt werden? Am Ende einer Woche überprüfst ihr gemeinsam, wie sich die Bemühungen ausgewirkt haben. Was hat am meisten Schwierigkeiten bereitet? Wo gibt es noch Verbesserungsbedarf? Denk auch an eine Belohnung. Sich umzuerziehen, andere Gewohnheiten anzunehmen ist eine Leistung, die gefördert und belohnt werden sollte.

Nach Ablauf der sieben Wochen sollten alle störenden Faktoren abgearbeitet sein und keinen Einfluss mehr auf dein Lernen haben. Übrigens: Übungen wie diese machen mehr Spaß, wenn sie in einem größeren Kreis vollzogen werden. Lade hierzu ruhig deine Freunde ein und vereinbare regelmäßige Kontrolltreffen. Zudem kannst du auf diese Weise das Bilden von Lerngruppen nachhaltig unterstützen.

Visualisieren statt Pauken

Viele Menschen tun sich schwer damit, sich Wissen dauerhaft mittels reinem Lernen anzueignen. Kein Wunder: Unser Gehirn beschäftigt sich gerne mit Informationen, die über das rein Theoretische hinausgehen. Diese Eigenschaft können wir uns zunutze machen. Schulstoff oder andere Lerninhalte werden mittels einer Mindmap oder als Technikvideo mit Zeitlupe im Individualtraining dargestellt. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass alle Beziehungsgefüge abgebildet werden können. Ferner können noch offene Wissenslücken oder Bewegungs- und Vorstellungsdetails verdeutlicht und in einem weiteren Schritt oder einer weiteren Mindmap aufgearbeitet werden.

Durch die visuelle Struktur bekommt das Gehirn die Informationen, mit denen es bevorzugt umgeht. Bunte Beziehungsebenen führen überdies zu einer Gewichtung, womit die wichtigsten Informationen in den Fokus gelangen. Die Tätigkeit des Schreibens und Malens benötigt darüber hinaus verstärkt den Einsatz verschiedener Hirnareale. Auf diese Weise wird nicht nur die Kommunikation zwischen den beiden Hemisphären trainiert, sondern auch die Bildung gefestigter neuronaler Strukturen angeregt.

Zudem macht diese Art des Lernens den meisten mehr Freude als das stupide Pauken. Last, but not least wird noch die Kreativität geschult. Denn jedes Kind hat seinen ganz eigenen Stil zu malen und zu visualisieren. Auf diese Weise entstehen während des Lernens kleine Kunstwerke, die man sich immer wieder gerne ansieht. Und auch das ist schließlich von großer Bedeutung für den Lernvorgang: die Wiederholung.

Kreatives Karteikartengekritzel

Die Lerntechnik der Karteikarten ist seit Langem bekannt aber deswegen nicht weniger effektiv. Inzwischen hält der Handel zahlreiche Formate bereit, die sich im Wesentlichen auf das Lernen von Vokabeln beschränken. Wer mit diesen Kartensets gut zurechtkommt, mag diese gerne für sich nutzen.

Wir empfehlen aber prinzipiell, jene Lernhelfer selbstständig zu erstellen. Das hat gleich mehrere Vorteile: Du sparst Geld. Denn die vorgefertigten Systeme sind um ein Vielfaches teurer als die Blankokarten. Darüber hinaus sind sie eben schon komplett ausgearbeitet. Für das Gehirn ein echtes No-Go. Gleiches trifft übrigens auch auf sogenannte Abfragesoftwares zu, die sich auf die möglichst korrekte Eingabe eines Begriffes beschränken. Je weniger die Interaktion verschiedener Hirnareale angestrebt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit des nachhaltigen Lernens.

Und damit sind wir auch schon bei der eigentlichen Methode, die sich in der hier vorgestellten Variante bevorzugt für das Lernen von Vokabeln eignet.

Vorgehen:

Wie gewohnt schreibst du auf die eine Seite des Kärtchens die eigentliche Vokabel. Wer mag ergänzt noch die zugehörige Lautschrift. Wichtig aber ist, dass auf dieser Seite der Karte noch Platz für ein anderes Wort (oder auch eine Buchstabenfolge) bleibt. Auf die andere Seite kommt die Übersetzung der Vokabel. Bis hierher unterscheidet sich das Verfahren kaum von den bekannten Systemen.

Was wir aber schon durch das einfache Abschreiben erreicht haben, ist die Reizung des sogenannten semantischen Gedächtnisses. Hier werden alle Informationen abgelegt, die frei von emotionalen Färbungen sind und somit zu den Tatsachen gehören. So ist beispielsweise der Name der Hauptstadt Frankreichs hier abgelegt.

Da es sich vielfach um neutrale oder auch trockene Informationen handelt, haben wir vielfach unsere Schwierigkeiten damit, diese dauerhaft zu speichern. Daher wollen wir das Ganze nun mit etwas Emotion würzen. Und dazu braucht es Kreativität. Bei Betrachtung der eigentlichen Vokabel (nicht die Übersetzung) lassen sich meist deutschsprachige und ähnlich lautende Begriffe finden. Diese müssen nicht immer korrekt sein und es können durchaus Städtenamen oder Abkürzungen dabei sein.

Ein Beispiel: Das englischsprachige Adjektiv dangerous erinnert mich an das Wort BÖRSENSCHLUSS. Diese Bezeichnung käme jetzt auf die Seite der Karte, auf der die Vokabel in englisch vermerkt ist.

Im Folgenden denken wir uns einen kleinen Erzählstrang aus, in welchem alle drei Begriffe vorkommen. Idealerweise wird die richtige Übersetzung der Vokabel an das Ende unserer Minigeschichte gestellt. Damit kommt es im Falle einer Abfrage nicht zu Verwechselungen. Die Geschichte muss überhaupt keinen Sinn ergeben, sie kann maßlos überzogen sein und sollte vor allem Spaß machen.

Auf diese Weise wird nicht nur das semantische Gedächtnis, sondern auch das assoziative Gedächtnis angeregt. Letzteres steht für das Verinnerlichen von Informationen mittels Gefühl. Außerdem haben wir uns eine kleine Eselsbrücke geschaffen. Selbst wenn einem die richtige Übersetzung nicht auf Anhieb einfällt, so wird dies sicherlich mit der kleinen hinzugedichteten Geschichte gelingen.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Lernen und Ziele setzen!

 

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